Unser Grundwasser


Ein Beitrag von Dipl. Geologe Dr. P Hempel, Geologisches Büro Dr. P. Hempel, Kiel

Das Wasserwerk Waabs fördert Grundwasser aus insgesamt fünf Brunnen, von denen sich drei auf dem Wasserwerksgelände und zwei im Umkreis von rd. 250 m vom Wasserwerk befinden. Die Brunnen sind in Tiefen zwischen 100,00 m und 200,00 m unter Gelände verfiltert.
Der genutzte Grundwasserleiter besteht im Bereich der Brunnen aus Mittelsanden, mit fein- und grobsandigen Beimengungen, mit einer Gesamtmächtigkeit von etwa 95,00 m bis 210,00 m unter Gelände. Hierbei handelt es sich um die sogenannten tertiären Braunkohlensande, die vor etwa 20 Mio. Jahren abgelagert wurden. Das Vorkommen der Braunkohlensande ist weiträumig in ganz Schwansen und auch im Dänischen Wohld verbreitet. Durch diese geschlossene, regionale Verbreitung mit ihrer einheitlichen Korngrößenzusammensetzung bieten die Braunkohlensande eine gute Grundwasserwegsamkeit.
Überlagert werden die Braunkohlensande durch einen stark wasserhemmenden Glimmerton von etwa 90,00 m bis 100,0 m u. Gelände und einer Abfolge überwiegend bindigen Geschiebemergels bis zur Geländeoberfläche, die nur durch eine wasserführende Schicht zwischen 45,00 m und etwa 60,00 m unter Gelände unterbrochen ist. Bei dem Geschiebemergel handelt es sich um eiszeitliche Sedimente, die vor 10.000 bis 500.000 Jahren abgelagert wurden.
Der natürliche Grundwasserabstrom bewegt sich mit einem geringen Gefälle von Westen nach Osten, wobei die Grundwasserneubildung durch die Versickerung von Niederschlagswasser im Einzugsgebiet erfolgt. Bei der Grundwasserneubildung ist aufgrund des vorliegenden geologischen Untergrundaufbaus von einem Anteil in der Größenordnung von 10% bis 15% der Niederschlagsmenge auszugehen, d.h. bei einem langjährigen Mittel von 800 mm Jahr versickern etwa 100 mm. Der Rest fließt als Oberflächenwasser ab oder wird von der Vegetation aufgenommen und verdunstet. Zur Erneuerung der jährlichen Grundwasserentnahme von etwa 1,3 Mio. m3 ist dementsprechend ein Grundwassereinzugsgebiet von der Größe von rd. 13 km2 erforderlich, das sich vom Wasserwerk Waabs im Wesentlichen in westliche Richtung erstreckt.
Zur Beurteilung der hydrochemischen Beschaffenheit des Grundwassers stehen regelmäßige Rohrwasseranalysen der Brunnen zur Verfügung. Das Grundwasser ist generell von sehr guter Qualität und wird im Wasserwerk lediglich belüftet und anschließend über
Kiesfilter geleitet, um die Eisen- und Mangangehalte zu verringern. Relevante Einflüsse auf die Beschaffenheit des Grundwassers, die durch den Menschen verursacht sind, wie z.B. Nitrat oder Pflanzenschutzmittel, sind nicht festzustellen.
Aufgrund der mächtigen wasserhemmenden Deckschicht über dem Nutzhorizont ist mit einer Verschlechterung der Qualität des Grundwassers nicht zu rechnen. Dennoch ist eine Gefährdung des Grundwassers, z.B. durch Erdwärmebohrungen, die eine grundsätzliche Wegsamkeit von Fremdstoffen von der Geländeoberfläche bis in den Nutzhorizont ermöglichen, nicht auszuschließen. Um für die nachfolgenden Generationen eine gute Grundwasserqualität zu erhalten, sollte auf die Errichtung von Bohrungen, z.B. für Erdwärmesonden, im Umkreis von mindestens einem Kilometer um die Brunnen herum verzichtet werden.
Im Zeitraum seit Inbetriebnahme der Brunnen sind keine nachteiligen Schäden im Naturhaushalt bekannt geworden. Die Auswertung der Betriebsdaten des Wasserwerks Waabs zeigt eine sozial- und umweltverträgliche Nutzung des Grundwasservorkommens. Insbesondere aufgrund des relativ hohen Grundwasserflurabstands - Tiefe der Grundwasseroberfläche unter Gelände – ist auch bei der zukünftigen Entnahme nicht mit negativen Auswirkungen zu rechnen. Aufgrund der geologischen Gegebenheiten des genutzten Grundwasserleiters steht auch in Zukunft eine ausreichende Menge an Grundwasser zur Verfügung, um die Bevölkerung mit Trinkwasser von hervorragender Qualität zu versorgen.

Unser Wasser:

Härtebereich 3 hart

Gesamthärte 17,6°dH

Gesamthärte
(als Calciumcarbonat) 

3,15 mmol/l

 

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